Geschichte des Musikverein Trachtenkapelle Biederbach

Die Gründung des Vereins geht eigentlich schon ins Jahr 1898 zurück. Damals wurde der Militärverein ins Leben gerufen. Dieser beabsichtigte, sich eine neue Fahne zu beschaffen. Zur Fahnenweihe benötigte man eine Musikkapelle. Um für dieses Fest keine fremde Musik anstellen zu müssen, ging man mit Eifer und eiserner Tatkraft daran, eine eigene auf die Beine zu stellen. Der damalige Hauptlehrer von Oberbiederbach, Herr Johann Schneider, übernahm die musikalische sowie die organisatorische Leitung derselben und die 18 jungen Männer stellten sich opferbereit zu Verfügung.

6Die Musikkapelle im Gründungsjahr, 1899

Vorne sitzend, v. l. : Karl Burger, Bechererhof; Mansuet Singler, Gehringmathisenhof; Josef Moser, Konradenhof; Balthasar Ketterer, Finsterbach; Franz Ruf Schlegelsberg; Hermann Thoma, Hosenstrumpf; Nikolaus Schätzle, Finsterbach;

Hinten stehend, v. l.: Hermann Allgeier, Finstermühle; Mathias Ringwald, Schneiderbauernhof; Karl Schätzle, Neudorf; Dirigent Hauptlehrer Johann Schneider; Josef Wernet, Gasthaus Sonne; Wilhelm Allgeier, Stabhalterhof; Richard Gehring, Gehringhof

Am Neujahrestag 1899 erhielt jeder ein funkelnagelneues Instrument von der Firma Oertel in Hannover. Alle Instrumente mussten von den Musikern selbst bezahlt werden. Lediglich die große Trommel wurde vom Militärverein gestiftet.

In einem Saal des Oberbiederbacher Schulhauses wurde nun unermüdlich geprobt und gearbeitet. Schon am Weißen Sonntag des Jahres 1899 begleitete erstmals die junge Kapelle die Erstkommunionkinder zur Kirche - eine Tradition, die sich übrigens ebenso wie die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, von der Gründungszeit bis heute erhalten hat. Im Herbst desselben Jahres stellte sich die Kapelle auch in den Dienst des Militärvereins.

Im Jahr 1909 war dann das große Fest der Fahnenweihe des Militärvereins. Hier hatte die Kapelle mit der musikalischen Umrahmung der Feierlichkeiten bereits ihre Feuertaufe in der großen Öffentlichkeit zu bestehen.

Im Jahr 1909 war dann das große Fest der Fahnenweihe des Militärvereins. Hier hatte die Kapelle mit der musikalischen Umrahmung der Feierlichkeiten bereits ihre Feuertaufe in der großen Öffentlichkeit zu bestehen.

Hauptlehrer Schneider leitete die Kapelle 13 Jahre lang. Dann kam es leider zu den ersten Unstimmigkeiten zwischen einigen Musikern und dem Dirigenten auch bei den Musikern untereinander. Schneider legte den Dirigentenstab nieder und mit ihm verließen auch die meisten Musiker die Kapelle.

Das musikalische Leben kam aber deswegen in  Biederbach nicht zum Erliegen. Der aktive Musiker Herrmann Allgeier von der "Krone-Finstermühle" übernahm nun im Jahre 1912 die Leitung. Die Proben wurden nun in das Gasthaus "Krone-Finstermühle" verlegt. Zu den wenigen noch verbliebenen Musikern sammelte man größtenteils neue musikbeflissene Kräfte und erwies sich aber jetzt der Umstand, dass die Instrumente Privateigentum der Musiker waren. Die ausgeschiedenen Musiker waren verständlicherweise nicht bereit ihre Instrumente den Nachfolgern zu überlassen. Es konnte so nur neu eintreten, wer Willens und in der Lage war, sich ein eigenes Instrument anzuschaffen. Auch um die Trommel gab es einige Aufregung. Sie wurde von beiden Gruppen, der verbliebenen und ausgeschiedenen, beansprucht. So gab es damals auch über die Gemeindegrenzen hinaus Ergötzliches über den "Biederbacher Trommelstreit" zu berichten.

Der Musikkapelle unter der Leitung von Hermann Allgeier waren aber zunächst nicht all zu viele ungetrübte Jahre vergönnt. Kaum war sie wieder soweit im Aufblühen bedacht, brach 1914 der 1. Weltkrieg aus und die Musiker mussten ihre Musikinstrumente gegen weniger angenehme Kriegsinstrumente austauschen. Nach dem Krieg übernahm alsbald Hermann Allgeier wieder die Leitung des Vereins und ab 1921 wurde im Gasthaus zur "Krone-Finstermühle" wieder geprobt.

In dieser Zusammensetzung sollte der Kapelle aber keine lange Existenz beschieden sein. Im Winter 1922/23 war nämlich eine zweite Kapelle innerhalb der Gemeinde im Entstehen begriffen. Dirigent Hermann Allgeier und mit ihm einige Mitglieder traten im Jahr 1923 zurück. Um die sich anbahnende Teilung der alten Kapelle zu verhindern, beschloss man das Probelokal wieder ins Schulhaus nach Oberbiederbach zu verlegen. Unter der neuen musikalischen Leitung von Hilfslehrer Ferdinand Speer konnte die Vereinsarbeit ohne nennenswerte Unterbrechungen weitergeführt werden. Allerdings musste die Kapelle in den darauffolgenden Jahren noch einige Dirigentenwechsel über sich ergehen lassen. Schon bereits nach einem knappen Jahr wurde Ferdinand Speer versetzt und Unterlehrer Hermann Schrempp trat an seine Stelle. Doch auch er wurde bald wieder aus Biederbach abberufen, so dass er den Verein auch nur knappe 3 Jahre musikalisch leiten konnte. Sein Nachfolger wurde für ein weiteres halbes Jahr Lehrer Ziegler.

Im Januar 1924 fand die Gründungsversammlung des "Musikvereins Biederbach" statt. In Ihr wurde die Umwandlung der bisherigen "losen Vereinigung von Musikfreunden" in einen "Musikverein" beschlossen. Daraus resultierten auch der Entwurf einer neuen Satzung und die Neuwahlen des Gesamtvorstandes. Zum 1. Vorsitzenden wurde Josef Meier gewählt.

Mit dem Ziel, die meist leere Vereinskasse aufzubessern, wurde beschlossen, ab sofort auch passive Mitglieder in den Verein aufzunehmen. Ein gedruckter Aufruf an die Bürger der Gemeinde brachte dem Verein auch spontan 60 passive Mitglieder. Seither war es möglich, anfallende Instrumentenreparaturen aus der Vereinskasse zu bezahlen. Auch aus den Erlösen der ersten Weihnachtsfeier (Nichtmitglieder mussten damals in dem schon eine Stunde vor Spielbeginn brechend vollen Gasthaus zum "Deutschen Hof" 50 Pfennig Eintritt bezahlen) und einer Papierholzsammlung wurden als erste Investition vereinseigene Instrumente, eine große Trommel und ein B-Bass gekauft.

Ostern 1925 führte eine Laienspielgruppe der Biederbacher Musiker ihr erstes Theaterstück auf. Der Beifall war riesig, so dass es am Weißen Sonntag nach dem Konzert im Gasthaus zum "Deutschen Hof" gleich noch einmal aufgeführt wurde. Doch der finanzielle Erfolg war im Verhältnis zum Aufwand in dem kleinen Veranstaltungsraum viel zu gering, als dass man Theateraufführungen dieser Form in den kommenden Jahren hätte wiederholen können.

5Fasnacht in den 20er Jahren

Der ersten großen musikalischen Herausforderung stellte sich die Biederbacher Musik im Mai desselben Jahres bei einem Preisspiel in Wolfach. Obwohl es innerhalb der Kapelle kriselte, machten sich 21 Musiker, ein großes Stück sogar zu Fuß, auf den Weg ins Kinzigtal. Ein 2. Platz war dort für sie ein großer Erfolg.

1Wertungsspiel in Wolfach anno 1925

Wegen Arbeitsüberlastung legte Ende 1926 Dirigent Ziegler sein Amt nieder. Die Musiker beschlossen, ihren damaligen Vorstand und aktiven Musikkameraden Josef Meier zu seinem Nachfolger zu bestimmen. Josef Meier, der schon seit 1912 dem Verein angehörte, ließ sich von Herrn Musikdirektor Hornauer von der Stadtmusik Waldkirch die Kenntnisse zu Leitung einer Musikkapelle vermitteln. in den nun folgenden Mehr als 40 Jahren hatte er es in aufopferungsbereiter und kontinuierlicher Arbeit geschafft, die Musikkapelle auf ein beachtliches Niveau zu bringen. Ungefähr zweitausend Gesamt-, Register-, und Einzelproben wurden unter seiner Leitung abgehalten. Er dirigierte die Kapelle über 600-mal bei Konzerten, weltlichen oder kirchlichen Feiern, Wertungsspielen, Ständchen oder anderen Veranstaltungen. Etwa 100 junge Menschen verdankten ihm die Ausbildung in der Blasmusik. Manch älterer Musiker weiß noch über nette Anekdoten aus dieser Zeit zu berichten. "Kumme jetz - S'isch Prob, ihr Herre!" So musste er die Musiker oft wiederholt auffordern, bis sie endlich den Weg vom "Deutschen Hof!" ins Probelokal, im direkt danebengelegenen alten Schulhaus, fanden. Josef Meier hat aber nicht nur als Dirigent des Musikvereins im kulturellen Leben unserer Gemeinde eine tragende Rolle gespielt. Die längste Zeit war er neben seiner Dirigententätigkeit auch Kirchenchorleiter und Organist in unserer Pfarrei. Beim Ausscheiden aus seinen aktiven Dirigentendienst beim Musikverein im Jahre 1967 wurde er für seine außerordentlichen Verdienste zum Ehrenmitglied und Ehrendirigenten des Musikvereins Biederbach ernannt.

Bei der Generalversammlung im Jahre 1927 übergab Josef Meier, um sich voll der musikalischen Leitung widmen zu können, das Amt des 1. Vorsitzenden an Zimmermeister Josef Schätzle. Ebenfalls beschlossen wurde in dieser Versammlung, dass künftig der Beitrag nicht mehr vom Kassierer, sondern halbjährlich vom Ortspolizisten eingezogen wird. Von der Mark durfte er 20 Pfennig für sich behalten.

Am Weißen Sonntag 1930 trat die Musik zum ersten mal ein einer einheitlichen Kleidung auf. Mit Unterstützung der Gemeinde und einem Eigenanteil der Musiker hatte der Verein bei Schneidermeistern Thoma und Schill eine schmucke Uniform anfertigen lassen.

1949_50jahremvb3neue Uniform im Jahre 1930

Nach sechs Jahren Amtszeit übergab Zimmermeister Josef Schätzle bei der Generalversammlung des Jahres 1933 den Vorsitz an Hauptlehrer Biehler. Nachdem dieser jedoch im Spätjahr versetzt wurde, sollte die Vereinsführung bis zur nächsten Generalsversammlung aufgrund der Funktion als 2.Vorstand wieder auf ihn fallen.

Bei dieser Versammlung im Jahre 1934 konnte aber zunächst auch kein neuer Vorstand gewählt werden, denn: Da der Stützpunktleiter der NSDAP nicht eingeladen war, wäre diese Wahl nichtig gewesen.

Erst in einer außerordentlichen Generalversammlung im Herbst desselben Jahres wurde dann der nur mit kurzer Unterbrechung langjährige 2. Vorstand Schuhmachermeister Andreas Wolk zum 1. Vorstand gewählt. Andreas Volk versah dieses Amt als Nichtaktiver 27 Jahre lang zum Wohle des Vereins. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenvorstand ernannt.

Wie alle Vereine, so wurde auch der Musikverein Biederbach nach dem zweiten Weltkrieg aufgelöst. Aber schon im Jahre 1946 wurde er mit Genehmigung der damaligen Militärregierung wieder ins Leben gerufen. In der Versammlung zur Neugründung am 28. Juli 1946 wurden die früheren Amtsinhaber Andreas Volk und Josef Meier wieder als organisatorische bzw. musikalische Leiter bestätigt. Ebenfallls wurde ein vorläufiger Satzungsentwurf vorgestellt. Zuvor war die Kapelle bereits am Weißen Sonntag erstmals nach dem Krieg wieder mit 25 Mann musikalisch in die Öffentlichkeit getreten.

Seine ersten großen Jubiläumsfeierlichkeiten beging der Musikverein im Mai 1949 anlässlich seines 50-jährigen Bestehens. Am Festzug vom Finsterbach bis in die Kirchhöfe beteiligten sich 12 Musikkapellen, 2 Festkutschen und 3 Festreiter. Außerdem waren so viele Besucher gekommen (schätzungsweise 3.000 Personen), dass anschließend beim Gastkonzert auf dem Festplatz beim Wirtshof nicht alle Platz hatten.

1949_50jahremvb1Festzug zum 50-jährigen Jubiläum im Jahre 1949

1949_50jahremvb4Gastkonzert auf dem Festplatz beim Wirtshof im Jahre 1949

In einer Vorstandsitzung im Januar 1957 wurde beschlossen, den 1. Vorsitzenden künftig immer für 5 Jahre, anstatt wie bisher jährlich, neu zu wählen. Durch diese verlängerte Amtszeit soll ihm eine intensivere Führungsarbeit ermöglicht werden. Ebenfalls wurde beschlossen, einen begabten Musiker auf den Dirigentenlehrgang zu schicken. Somit hätte man bei Krankheit oder sonstiger Verhinderung des Dirigenten einen Vizedirigenten. Die Wahl hierfür fiel auf den amtierenden 2. Vorsitzenden Emil Weber.

Das 60-jährige Vereinsjubiläum feierte die Kapelle vom 16.-18. Mai 1959 in einem Festzelt beim Wirtshof. Mit der Jubelkapelle waren es 13 Vereine, die am Pfingstsonntag beim alten Pfarrhaus zusammen mit dem Festreitern und dem Festwagen der Ehrengäste einen wunderschönen Festzug aufgestellten und anschließend viele hundert Gäste mit Marschmusik begeisterten. Die Bewirtung im Festzelt wurde gegen ein Entgelt von der Familie Allgeier von der Familie Allgeier von der Krone-Finstermühle übernommen. Auch der Auf- und Abbau des Festzeltes wurde vom Zeltverleiher größtenteils selbst übernommen. Trotzdem war das Jubiläumsfestauch ein guter finanzieller Erfolg.

Seine finanzielle Stütze schuf sich der Verein auch schon die ganzen Jahre über mit Gartenfesten auf der Wiese beim oder mit dem Waldfest bei den Höhenhäusern.

Nach 27-jähriger Tätigkeit als 1. Vorstand stellte Andreas Volk bei der Generlversammlung sein Amt zur Verfügung. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenvorstand ernannt. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde mit überzeugender Mehrheit der bisherige 2. Vorstand Emil Weber gewählt. Neuer 2. Vorsitzender wurde der bisherige 1. Vorsitzende Andreas Volk. In getauschten Rollen konnten sie auch in den folgenden Jahren erfolgreich die Geschicke des Vereins lenken.

Auch Dirigent Josef Meier sprach in den kommenden Jahren immer öfter von seinem Rücktritt. Da aber bislang noch kein Nachfolger zur Verfügung stand, wurde er immer wieder um die Verlängerung seines Amtes gebeten. Nachdem nun zwischenzeitlisch Georg Allgeier alle Dirigentenlehrgänge absolviert hatte, konnte Josef Meier im Jahre 1967 den Taktstock an ihn übergeben. Bei der Generalversammlung wurde er nach 40-jähriger stets opferbereiter Tätigkeit als Dirigent wohlverdient zum Ehrendirigenten und Ehrenmitglied des Musikvereins Biederbach ernannt. Auch das Protokollbuch und damit den Posten des Schriftführers, welchen er ebenfalls seit 1928 inne hatte, gab Meier gleichzeitig ab. Dieses Amt übernahm vorläufig der 1. Vorsitzende Emil Weber zusätzlich. Allerdings beantragte er gleich, ein neues Protokollbuch anfangen zu dürfen, um dieses mit Schreibmaschine schreiben zu können. Die alten, noch größtenteils in altdeutscher Schrift geschriebenen Protokollbücher wurden später in mühsamer Arbeit, auch für die Nachwelt noch gut lesbar, vom Ehrenvorstand Andreas Volk mit Schreibmaschine umgeschrieben.

Der neue Dirigent Georg Allgeier hatte schon einige Zeit vor der Taktstockübernahme Gelegenheit, sich auf die übertragene Aufgabe vorzubereiten. Gleich nach Beendigung des Dirigentenlehrgangs gehörte es zu seinen Obliegenheiten, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Bereits in seiner zweieinhalbjährigen Tätigkeit als Jugendausbilder hatte er sich mit jugendlichem Elan dem Verein gewidmet. Mit einer ab dem Herbst 1969 ausgebildeten stattlichen Anzahl von Zöglingen konnte er schon bald eine spielkräftige Jugendkapelle zusammenstellen. Nach Ausbildungszeit von ungefähr drei Jahren wurden die Jungmusiker dann in die große Kapelle integriert. Nach diesem ungefähren Muster verlief dann auch künftig die Jugendausbildung, meist in 5-jährigen Abständen. Nachwuchssorgen hatte der Musikverein seitdem zu keiner Zeit mehr. Dirigent Georg Allgeier leitete die Musikkapelle 20 Jahre lang sehr erfolgreich und wurde dafür bei seinem Ausscheiden zum Ehrendirigenten ernannt.

Das 70-jährige Vereinsjubiläum wurde in Verbindung mit dem Bezirksmusikfest vom 31. Mai bis 2. Juni 1969 gefeiert. Auf dieses Jubiliäumsfest hin wurden die Musiker komplett mit neuen Uniformen eingekleidet. Der Festablauf verlief reibungslos. Für den Festzug am Sonntagnachmittag hatten sich 16 Gastvereine angemeldet. Jeweils voran mit einem Täfelebub, einem Festführer und zwei Festdamen marschierten alle Vereine dann die konditionell sehr anstrengende Teufelsbrücke hoch zum Festplatz beim Oberbiederbacher Schulhaus. Anschließend gaben alle Gastkapellen nacheinander ihre Konzerteinlagen zum Besten.

Im selben Jahr wurden vom Musikverein auch die ersten Kontakte zu Partnergemeinde Biederbach im Frankenland geknüpft. Mit einem Ständchen begrüßte die Biederbacher Musik die mit einem Bus angereisten fränkischen Gäste auf's Herzlichste. Auch aus späteren Gegenbesuchen in Biederbach/Franken, welches dann später politisch zur Stadt Wolframseschenbach eingemeindet wurde, bestehen noch heute schöne Erinnerungen.

In der Jahreshauptversammlung 1970 wurde die Änderung der Vereinssatzung in einigen Punkten beschlossen. Dies wurde erforderlich, weil sich der Musikverein noch in diesem Jahr als "e.V." im Vereinsregister eintragen lassen wollte. Diese Eintragung verzögerte sich dann allerdings noch bis ins nächste Jahr, weil noch geringfügige Änderungen des Satzungsentwurfs verlangt und der Notar dann zeitlich verhindert war.

Gleichzeitig wurde auch beschlossen, als Vertreter der aktiven Musiker gegenüber der Vorstandschaft einen Obmann zu benennen. Die Wahl des Obmann  fiel eindeutig auf den aktiven Musiker Josef Allgeier, Kirchhöf, welcher auch bis zum heutigen Tag noch das vollste Vertrauen seiner Musikkameraden genießt.

Ab dem Jahr 1971 beteiligte sich die Biederbacher Musik regelmäßig an den Fasnachtsumzügen in Orschweier. Diese herzliche Verbindung kam zustande durch den aktiven Musiker Karl Stenzel, welcher für die dortige Narrenzunft auch die Larven schnitzte. Erst als dann nach einigen Jahren das eigens hierfür angeschaffte Narrenkleid bei einem total verregneten Umzug größtenteils kaputt war, wurde der dortigen Narrenzunft die Teilnahme im nächsten Jahr abgesagt. Wieder stand ein großes Ereignis vor der Tür. Der Musikverein Biederbach feierte vom 12.-15. Juli 1974 sein 75. Gründungsjubiläum. Da dieser auch gleichzeitig mit der Ausrichtung des Bezirksmusikfestes beauftragt war, war wieder "Großer Bahnhof" in Oberbiederbach. 15 Gastvereine hatten sich für den großen Festzug am Sonntagnachmittag und das anschließende Konzert um Festzelt angemeldet. Für den Bunten Abend wurde ein aufwendiges Programm zusammengestellt.

1974_75jahremvbJubiläumsjahr 1979 zum 80-jährigen Bestehen

Bei den wieder fällig gewordenen Wahlen in der Generalversammlung des Jahres 1975 stellten sich die gesamten geschäftsführenden Vorstandsmitglieder nicht mehr zur Wiederwahl. Emil Weber, welcher zuerst 13 Jahre 2. Vorstand und zuletzt eben solang 1. Vorstand war, lehnte eine Wiederwahl aus gesundheitlichen Gründen ab. Für ihn wurde Raphael Reith zum 1. Vorstand gewählt. Als dessen Stellvertreter stellte sich Emil Weber allerdings noch weiterhin zur Verfügung. Der bisherige 2. Vorstand Andreas Volk hatte sein Amt in der Vorstandschaft nach 27-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender und zuletzt 13 Jahren als 2. Vorstand aus Altersgründen abgegeben. Auch Rechner Hermann Allgeier, welcher 23 Jahre lang mit der Kassenführung vertraut und Schriftführer Edwin Moser traten zurück. Als Nachfolger wurden für sie Klaus Wernet, welcher noch heute Kassenwart ist und Hermann Stöhr als Schriftführer gewählt.

In der Generalversammlung 1978 trat die Musikkapelle erstmals in ihrer neuen Tracht auf. Da die alte Uniform in einem schlechten Zustand und auch nicht mehr vollständig war, hatte man sich bereits im Vorjahr nach einer neuen Bekleidung umgesehen. Bei der Auswahl entschied man sich dann für eine originalgetreue Schwarzwälder Tracht wie sie hier früher im Elztal die Frauen und Männer an Festtagen trugen. Diese ist auch für immer zeitlos und keiner Moderichtung unterworfen.

Im selben Jahr trat der Musikverein Biederbach dem "Heimat und Volksleben e.V. " bei. Dieser hatte dem Verein schon bereits bei der Trachtenauswahl beratend zur Seite gestanden und auch einen beachtlichen Zuschuss zugesagt. In kurzer zeitlicher Folge wurde auch der Name des Musikvereins auf "Musikverein Trachtenkapelle Biederbach e.V." geändert.

Da der Musikverein bekannterweise auch gut Feste organisieren kann, war es keine Frage, dass selbstverständlich auch das 80. Gründungsjubiläum im Mai 1979 in gebührendem Rahmen gefeiert wurde. Zum Festzug hatten sich 18 Gastvereine in Biederbach eingefunden.

80-jahremvb197905.1978Jubiläumsjahr 1979 zum 80-jährigen Bestehen

Auch eines der traditionellen Frühlingsfeste sollte im Jahre 1980 einen besonderen Rahmen erhalten.  Der Freitagabend stand mit dem Kreistrachtenfest des Bundes "Heimat und Volksleben" ganz im Zeichen der Trachten- und Brauchtumspflege.

Raphael Reith, welcher das Amt des 1. Vorsitzenden seit 6 Jahren begleitet hatte, trat nach Ablauf des Vereinsjahres und somit seiner zweiten Wahlperiode bei der Generalversammlung 1981 ab. Sein Nachfolger wurde Herbert Schwendemann.

Über die Teilnahme bei den Elzacher Fasnetumzügen ab dem kommenden Jahr 1982 wurde ebenfalls in dieser Versammlung abgestimmt. Eine große Mehrheit war für die Teilnahme und so wurde der Narrenzunft Elzach auch gleich zugesagt. Noch bis zum heutigen Tag ist seither die Biederbacher Musik jedes Jahr bei der Elzacher Fasnet dabei.

Beinahe seit Bestehen veranstaltet der Musikverein immer am Stephanstag seine Weihnachtsfeiern. Ebenfalls hatten die Laienspielgruppen des Musikvereins auch schon in früheren Jahren Theaterstücke aufgeführt. Erstmals bei der Weihnachtsfeier 1982 wurden aber diese beiden Traditionen miteinander verbunden und in dieser Form bis zum heutigen Tage weitergeführt. Die alljährlich mit hervorragendem Können aufgeführten, meist lustigen Theaterstücke der Laienspielgruppe sind mittlerweile weit über die Gemeindegrenzen bekannt.

In einem Abschlusskonzert am 17. Januar 1987 übergab Georg Allgeier nach 20 Jahren unermüdlicher Dirigententätigkeit den Taktstock an seinen Nachfolger, den bisherigen Vizedirigenten Bernhard Allgeier. Er spielte weiterhin aktiv in der Kapelle mit.

Der neue Dirigent Bernhard Allgeier hatte sich, ebenso wie Lothar Allgeier und Maria Allgeier, schon in den Jahren zuvor nach ihrer bestandenen Dirigentenprüfung einen Namen in der Jugendausbildung gemacht. Bernhard Allgeier hatte schon einige Jahre Erfahrungen als Dirigent bei der Musikkapelle Wittnau gesammelt. Vizedirigent wurde der bisherige Dirigent Georg Allgeier. Ebenfalls dankte der 2. Vorstand Emil Weber im gleichen Jahr bei der Generalversammlung nach 35-jähriger Tätigkeit im Führungsgremium ab. Für ihn wurde für die nächsten drei Jahre Fridolin Joos gewählt. Emil Weber wurde später zum Ehrenvorstand ernannt. Erwähnenswert ist auch, dass Emil Weber 37 Jahre lang vereinsinterne Theaterspielgruppen geleitet hat.

Mächtig viel vorgenommen hatte sich der Musikverein zu seinem 90. Gründungsjubiläum vom 04.-07. Mai 1989. Am Donnerstag trafen sich in Biederbach alle Mitgliedsvereine des Bundes "Heimat und Volksleben e.V." vom Kreis Emmendingen zu einem bunten Stelldichein beim Kreistrachtenfest. Die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten begannen dann erst am Freitag mit einem Festbankett und endeten am Sonntag mit einem Festzug und am Abend mit einem großen bunten Programm. Insgesamt 30 Gastvereine konnten über die Festtage begrüßt werden.

9 Jahre hatte Vorsitzender Herbert Schwendenmann sein Amt begleitet. Bei der Jahreshauptversammlung 1990 bat er um Übertragung seines Amtes an seinen Nachfolger Hansjörg Allgeier. Er selbst übernahm den 2. Vorsitz für den wegen Umzugs ausgeschiedenen Fridolin Joos.

Neu in die Geschäftsordnung aufgenommen wurde die Bestimmung eines Jugendvertreters. Für diese Aufgabe wurde Hansjörg Hin vorgeschlagen von den Jungmusikern unter 25 Jahren auch für 2 Jahre gewählt. Für zwei weitere Perioden wurde dieser dann für dieses Amt nochmals wiedergewählt bis dann die Gründung einer Bläserjugend in Auge gefasst wurde.

Bereits beim Doppelkonzert im Frühjahr 1995 wurde Bernhard Allgeier, welcher die Kapelle seit über 8 Jahren in vorbildlicher Weise musikalisch geleitet hatte, offiziell als Dirigent verabschiedet. Bis zur Tacktstockübernahme durch den heutigen Dirigenten Stephan Rinklin am 6. Oktober 1995 er sich jedoch bereit, die Kapelle noch durch die Sommersaison zu leiten.

Mit Stephan Rinklin konnte der Musikverein einen qualifizierten Musikfachmann engagieren. Nach seinem Musikstudium war Rinklin bereits in namhaften Orchestern tätig und leitet heute neben dem Musikverein Biederbach noch drei weitere Blasmusikkapellen. Vizedirigent wurde Lothar Allgeier.

Ein weiterer großer Meilenstein in der Geschichte des Musikvereins war die Gründung der "Bläserjugend im Musikverein Trachtenkapelle Biederbach e.V." am 8. Dezember 1995. Mit dem Grundgedanken, durch mehr Selbständigkeit verantwortungsbewusste junge Musikerinnen und Musiker heranzuziehen, die dann später auch bereit sind, verantwortungsvolle und führende Aufgaben im Verein zu übernehmen, waren 35 Jungmusikerinnen und Jungmusiker zur Gründungsversammlung eingeladen. Organisatorisch und finanziell soll der Nachwuchs in der "Bläserjugend" überwiegend auf eigene Beine gestellt werden, wodurch der Hauptverein auch merklich entlastet werden kann. Die Vorstandschaft setzt sich zusammen aus einem 1. und einem 2. Vorsitzenden, dem Kassierer, dem Schriftführer und 2 aktiven Beiräten. Zum 1. Vorsitzenden wurde Stephan Allgeier gewählt.

Großen Wechsel im geschäftsführenden Vorstand gab es bei der Generalversammlung im März 1996. Hansjörg Allgeier übergab den Vereinsvorsitz nach 6 Jahren an Hansjörg Hin. Er selbst übernahm dann von Herbert Schwendemann das Amt des 2. Vorsitzenden. Schriftführer Fridolin Volk übergab sein Amt ebenfalls nach 18 Jahren an Renate Seiler. Zusammen mit dem erfahrenen und seit über 24 Jahren amtierenden Klaus Wernet leitete nun dieses Führungsgremium den Verein erfolgreich durch das Jubiläumsjahr 1999. Im Vereinsleben ist ein Geburtstag, noch dazu das 100-jährige Jubiläum, ein Grund zur Freude und zum Feiern, weshalb der Musikverein ein großes Musikfest veranstaltete. Die Pflege der Tradition und die dynamische Entwicklung über 100 Jahre wurden mit der PRO MUSICA-Plakette gewürdigt.

1999_100jJubiläumsfoto 1999 zum 100-jährigen Bestehen

Eine lange Tradtion ging im Ortsteil "Kirchhöf" zu Ende. Nach dem Jubiläumsfest fand das "Frühlingsfest" nicht mehr im Ortsteil Kirchhöf, sondern im Ortsteil Finsterbach statt. In der alten Sägewerkshalle und derzeitigen Bauhof der Gemeinde Biederbach finden nun seither die "Frühlingsfest bei der Finstermiehli" statt und erlangen auch über die Region hinaus an Bekanntheitsgrad. Fünf Tage an den mit Musik für jede Altersgruppe, Spaß und Oldtimern gefeiert wird.

Eine weitere Tradition ging 2003 zu Ende. Seit Anbeginn des Musikvereins gab es immer einen 1. Vorsitzenden. Durch die Intensivierung der Arbeit in diesem Ehrenamt, kann es nicht mehr von einer Person getragen werden. Deshalb beschloss der Musikverein in der Generalversammlung 2003 den Vorsitzenden in 3 Teilbereiche (Organisation, Repräsentation und Schriftverkehr) aufzuteilen. Von nun an waren Hansjörg Allgeier, Stefan Burger und Doris Allgeier das Vorstandsteam.

In der Vereinsgeschichte fand September 2007 ein weiterer Höhepunkt statt. Nach monatelangen Recherchen, Gesprächen und letztlich die Organisation ging der Musikverein Trachtenkapelle Biederbach auf große Reise und überflog den großen See. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte machte er eine Konzertreise in die USA und Kanada. Nicht nur die Teilnahme bei der Steuben-Parade lässt die Musiker in Erinnerungen schwelgen.

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Am 09.05.2009 war es nun wieder so weit. Die Musiker stellten sich einer Jury und nahmen an einem Wertungsspiel in Überlingen teil, das mit einem "hervorragendem Ergebnis" in der Oberstufe (New York Ouvertüre und Lord Tullamore) absolviert wurde.

cimg4092-1Jubiläumsfoto 1999 zum 100-jährigen Bestehen

Nach der Konzertreise in den USA hat der Musikverein das Reisefieber gepackt und wurde 2015 fündig.

13.03.-22.03.2015 gingen die Musiker aus Biederbach nach Irland und besuchten die offenen und netten Inselbewohner, um Ihre Kultur zu vermitteln und um sich selbst ein Bild von Irland zu machen. Nicht nur mit der Teilnahme an der "St. Patrick's Parade" (ca. 3.000 Teilnehmer und über einer Millionen Besucher) war es die lange Reise mit Bus & Fähre allemal Wert.

musikverein-biederbach-irland-2015-063Guinness-Brauerrei nach einem kleinen Ständchen für die Besucher

2015 war nicht nur für die Musiker ein bewegendes Jahr. Stephan Rinklin ist nun 20 Jahre in Biederbach Dirigent und reiht sich nun neben Georg Allgeier auf, der ebenfalls 20 Jahre lang Dirigent war. Nur Josef Maier war länger am Dirigentenpult mit 40 Jahren.

Deshalb war das Jahreskonzert nicht nur für die Musiker ein ganz besonderes Ereignis mit dem Thema "Im Wandel der Zeit".

a044Jahreskonzert 28.11.2015 mit dem Vorstand Stephan Schätzle (v.l.n.r. Andrea Rinklin, Stephan Rinklin, Stephan Schätzle)