Reisetagebuch Irland

Der Musikverein Trachtenkapelle Biederbach auf Konzertreise

Biederbach /Dubin (Irland) (mkt). „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“, weiß der Volksmund. Ganz schön Vieles zu erzählen haben die Musikerinnen und Musiker der Trachtenkapelle Biederbach. Neun Tage lang haben sie Irland besucht, davon zwei Tage lang fast wie am Fließband musiziert, aber auch die Naturschönheiten bewundern dürfen und viele ungemein nette Menschen kennen gelernt. Unser Mitarbeiter Kurt Meier hat sie begleitet und ein kleines Reisetagebuch erstellt:

 

Freitag, 13. und Samstag, 14. März:

Es wird ernst: Monate der Vorbereitung, des Organisierens, Bibberns und Wartens sind rum. Der riesige Reisebus – ein dreiachsiges Gefährt mit Überlänge – steht vor dem Biederbacher Vereinshaus und wird am Vorabend der Abreise beladen: Mit Koffern und Kisten, Instrumenten, Getränken, Utensilien und vielem mehr. Pünktlich um 6 Uhr morgens geht’s los: 43 Passagiere steigen zu. Nicht alle sind Aktive des Musikvereins Biederbach. Manche haben Partner und Freunde mit gebracht. Vier befreundete Musiker(innen) aus Yach und Prechtal füllen Lücken, die kurzfristige krankheitsbedingte Ausfälle verursacht hatten. Sie alle werden ohne Unterschiede gleich in die Gemeinschaft aufgenommen. Man kann miteinander, obwohl der Altersunterschied recht groß ist: Die jüngste ist gerade mal 15, der älteste Teilnehmer über 65. Die Stimmung ist von Anfang an freundschaftlich – und wird es die ganze Reise über bleiben. Rheinaufwärts geht die Reise bis nach Rotterdam, wo die Nachtfähre schon auf uns wartet. Das Einchecken verläuft reibungslos. Die Uhren werden um eine Stunde zurück gestellt. Das Schiff bietet eine echte Vergnügungsmeile mit Bars und Unterhaltungsshows. Doch irgendwann ist auch der oder die Letzte müde und verzieht sich in die Schlafkabine.

Sonntag, 15. März:

Ankunft in Großbritanien. Von der Hafenstadt Hull aus geht es quer durch die Insel bis nach Holyhead – immer im Linksverkehr. Für „Busdriver“ Gregor kein Problem: Er kennt sich aus im internationalen Straßenverkehr und hat den großen, schwer beladenen Bus auch „verkehrt herum“ im Griff. Noch einmal geht’s auf die Fähre – eine der größten der Welt. Drei Stunden später landet man in Irlands Hauptstadt Dublin. Kaum ist das Hotel bezogen tönen schon die ersten Tuba- und Klarinettenklänge durch die Flure. Kurz darauf stellt sich auch schon unser „Guide“ für die nächsten Tage vor: Rafael Gemke, ein Deutscher, der in Irland seine zweite Heimat gefunden hat und dem die Liebe zu diesem Land aus jedem Knopfloch heraus schaut! Wie sehr auch wir davon noch profitieren werden, wird sich schon bald zeigen. Er kennt nicht nur Land und Leute, sondern auch deren Mentalitäten und Eigenheiten. Und verstärkt unseren ersten Eindruck: Die Menschen hier sind unglaublich freundlich! Nach dem gemeinsamen Abendessen lädt er ein zum Kneipenbummel im Stadtzentrum. Die berühmte „Temple Bar“ ist ein ganzer Stadtteil, in dem ein originelles Pub neben dem anderen einlädt. Dublin ist zu dem Zeitpunkt schon mittendrin in den viertägigen Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag. Dessen Höhepunkt ist zwar die Parade am Dienstag. Davor aber gibt es eine Unmenge an Veranstaltungen jeder Art. Und Tausende und Abertausende von Feierwütigen, die die Nacht förmlich zum Tage machen. Punkt Mitternacht deutscher – und eine Stunde später sicherheitshalber noch einmal irischer Zeit - wird in der Hotelbar gefeiert: Musiker Friedolin Volk kann seinen 60. Geburtstag begießen. Und wir alle (oder fast alle) begießen ihn mit!

Montag, 16. März:

Frühmorgens um 7 Uhr: Gemeinsames Frühstück. „Heut wird’s stressig“ meint Orga-Chef Hansjörg Hin schon mal warnend. Aber eigentlich wird es das die ganze Reise über sein – nur wissen wir das jetzt noch nicht! Eine gemeinsame Stadtführung ist geplant. Aber die muss gekürzt werden. Eineinhalb Stunden werden wir in zwei Gruppen durch die Stadt geführt – und bekommen so einen kleinen Einblick in Historie und Kultur Irlands. Das ganze wird in Tracht absolviert. Denn wir haben mitten in der Innenstadt einen ersten Auftritt. Das kanadische Fernsehen will eine Live-Schaltung zum Frühstücksfernsehen mit den Biederbacher Blasmusikern bewerkstelligen. Das bleibt nicht unbemerkt. Vor allem Touristen bleiben staunend stehen. Die Schwarzwälder Trachtengruppe sorgt für Furore. Sie wird zum willkommenen Fotomotiv. Wo immer wir auftauchen bilden sich Menschentrauben. Dann ist es auch schon soweit: Punkt 11.53 Uhr rufen die Biederbacher auf Deutsch ein fröhliches „Guten Morgen!“ in die Mikrofone und Kameras, bevor die „Liebe kleine Schwarzwaldmarie“‘ und andere Märsche erklingen. Eine halbe Stunde Fernsehshow ist um – und schon geht’s weiter zum nächsten „Event“: Das „Guinness Store House“ erwartet uns. Die bekannteste Brauerei Irlands hat ihr Stammhaus in der Dubliner Altstadt zu einem veritablen Event-Zentrum ausgebaut. Tausende von Menschen werden hier täglich durch geschleust. Wir auch – aber erst, nachdem musiziert wurde. Die Blasmusik gefällt, die Menschen stimmen freudig mit ein. Auch in das von der Kapelle gesungene „Happy Birthday“ für Friedolin! Während das Gros der Kapelle den Tag gemütlich in der „Lounge“ im Guinness Turm – dem höchsten Gebäude der Stadt mit einem sagenhaften Rundumblick über deren Skyline – ausklingen lässt, macht sich eine Abordnung auf zum offiziellen Empfang des Oberbürgermeisters in seinem Wohn- und Amtssitz. „You are very wellcome to us!“ begrüßt der „Lord Mayer“ alle internationalen Gäste, die morgen an der Parade teilnehmen, in seinen Repräsentationsräumen. Dass dies ein Ort ist, an dem schon Größen dieser Welt wie Nelson Mandela oder der Dalai Lama mit derselben Freundlichkeit begrüßt worden jagt einem dann aber doch den einen oder anderen Schauer über den Rücken!

Dienstag, 17. März:

Der große Tag ist da! Zu den Buspassagieren sind noch die Musiker hinzu gekommen, die der Gruppe im Flugzeug nachgereist sind. 54 Reiseteilnehmer sind es jetzt. Doch es ist ein böses Erwachen: Über Nacht hat ein Magen-Darm-Infekt Einzug gehalten. Sechs Ausfälle sind zu verkraften: „Sie wir da überhaupt noch spielfähig?“ lautet die bange Frage. Wir sind es! „Da müssen wir jetzt durch!“ macht Orga-Chef Handjörg Hin Mut. Die Zurückbleibenden können‘s kaum fassen. Es ist ein trauriger Abschied. Gleichzeitig geschieht aber auch ein kleines Wunder: Die Biederbacher, für ihre Pünktlichkeit nicht gerade bekannt, sind die ersten, die sich bei der Paradeorganisation in ihrem zugewiesenen Warteraum melden! Zwei Stunden heißt es jetzt „Warten!“ Unter freiem Himmel, bei nicht gerade angenehmen Temperaturen. Dazu setzt jetzt auch noch Regen ein! Doch die irische Gastfreundschaft macht ihrem Ruf alle Ehre: „Do you want a cup of tee?“ werden die in einem Hauseingang zitternden Trachtenmädchen von der Hausherrin gefragt. Zwei hoch betagte Senioren öffnen ihre Haustür und kredenzen alles, was Küche und Kühlschrank hergeben. Zum Dank spielt ihnen die Trachtenkapelle noch vor Paradebeginn ein veritables „Ständerle“. Auch die anderen Musikformationen sind schon längst da. Aus aller Herren Länder dieser Welt sozusagen. Vor uns läuft sich eine amerikanische Highschoolformation mit Bläsern, Trommlern und Cheerleedern warm. Die zweite deutsche Blasmusikkapelle aus Garmisch-Partenkirchen läuft hinter uns. Man trifft sich, unterhält sich freundschaftlich, tauscht Adressen und macht gemeinsame Fotos. Es geht lustig-locker zu und wird immer fröhlicher, zumal auch der Regen wieder aufgehört hat.

Dann der große Augenblick: Der Zug schwenkt in die Paradestraße ein – und ist plötzlich mittendrin in einem unglaublichen Erlebnis. Rund 3000 Teilnehmer hat die Parade – neben den Musikformationen aus aller Welt viele darstellende Gruppen. 480.000 Menschen – so die offiziellen Zahlen - säumen die Umzugsstrecke. In Fünfer- bis Zehnerreihen, dicht gedrängt, immer fröhlich winkend, singend und klatschend. Die Biederbacher Trachtenkapelle spielt abwechselnd zwei Märsche – die „Freundschaftsklänge“ und den Elzacher Fasnetmarsch. Der scheint es in sich zu haben, denn wann immer der erklingt geht ein Wippen, Klatschen und Singen durch die Massen. Auf riesigen Leinwänden wird das Geschehen entlang der Umzugsstrecke übertragen. Dazu läuft die Parade auch live im Irischen Fernsehen. Mit Nah- und Großaufnahmen wird die so auffallende Trachtenkapelle aus dem Schwarzwald besonders in Szene gesetzt und auch von den rund ein Dutzend Umzugskommentatoren entlang der Paradestrecke lautstark gefeiert. Auf vielen Tribünen ist die nationale und internationale Prominenz verteilt und winkt den Teilnehmern zu. Es herrscht eine so unglaubliche Stimmung in der ganzen Stadt, dass alle Unbilden des Morgens vergessen sind! Irlands nationales Wahrzeichen, die St. Patricks-Kathedrale, begrüßt die Biederbacher mit lautem Glockengeläut als sie daran vorbei ziehen. Über zweieinhalb Stunden dauert die Parade, dann ist der Auflöseplatz erreicht. Busfahrer Gregor hat sein Riesen-Gefährt so geschickt in deren Nähe platziert, dass wir es gleich erreichen können. Und auch schon die Bordküche angeworfen. Jetzt gibt es Badische Wienerle zur Stärkung, heiße und wohlschmeckende Kaltgetränke aus edlem Gebräu, denn noch steht ein weiterer Auftritt bevor: In einer Stunde müssen wir am „Mansion House“, dem Amtssitz des Oberbürgermeisters sein. Ein letztes Platzkonzert ist angesagt, bevor der Hausherr alle internationalen Gäste zum Abschlusstreffen in die Repräsentationsräume einlädt. Hier gibt es für die Trachtenkapelle noch eine Auszeichnung als eine der besten Marschformationen dieser Parade – ein toller Erfolg. Spätestens jetzt ist alle Anspannung abgefallen. Man stürzt sich ins Partygewühle – zumeist in Kleingruppen. In den Pubs ist Hochstimmung, doch trotz drangvoller Enge geht es zumeist friedlich zu.

Mittwoch, 18. März

Ausschlafen, endlich! Naja nur fast. Denn noch steht ein wilder Tripp quer über die Insel an die Westküste bevor. Aber dazu lacht uns schönster Sonnenschein, der uns auch auf dem Rest der Reise nicht mehr verlassen wird. Im legendären Küstenörtchen Lisdoonvara beziehen wir wieder ein Hotel für die nächsten drei Nächte. Und lernen gemeinsam mit Rafael unseren wichtigsten Anlaufpunkt im Dorf kennen – das örtliche Pub. „Hier lässt sich’s gut sein, hier will ich bleiben!“ lautet das Motto, denn genau hier findet man auch den Kontakt zu Einheimischen.

Donnerstag 19. März, Freitag 20. März

Wir machen uns auf zur Küstenwanderung entlang der „Cliffs of Moher“. Eine touristische Sehenswürdigkeit empfängt uns, die alle Klischees der Naturschönheit Irlands erfüllt. Der Besuch in der Stadt Galway gibt Gelegenheit zum „Shopping“. Am Freitag erwandern wir die Dünenlandschaft des Landstrichs Connemara. Und machen einen Zwischenstopp, um das Naturschauspiel der Sonnenfinsternis zu genießen. Auf der Rückfahrt macht Gregor den Fehler darauf aufmerksam zu machen, dass noch Bier da sei: Was zu einer spontanen fröhlichen Busparty ausartet, die den ansonsten um Worte nie verlegenen Rafael sprachlos macht. „Wie ihr hier abgeht, das hab ich so noch nie erlebt“, meint er – und freut sich diebisch. Abends beim Treffen im Pub präsentiert er seine besonderen musikalischen Qualitäten: Als Live-Musiker, der mit seiner Flöte spontan bei der örtlichen Band einspringt und den Pub in seinen Bann schlägt.

Samstag 21. März, Sonntag 22. März

„Irland good bye“ heißt es jetzt. Noch einmal genießen wir auf der Fahrt von Lisdoonvarna nach Rosslare die Natur der grünen Insel. Am Hafen angelangt heißt es Abschied nehmen von Rafael. Der scheint ihm schwer zu fallen. Die Einladung zum Konzertbesuch nach Biederbach nimmt er gerne an. Und wenn er dabei noch mit seiner Flöte glänzen darf…. Wer weiß? Die Musiker jedenfalls würd’s freuen. Die Nachtfahrt über den Atlantik nach Frankreich verläuft störungsfrei, das mehr oder weniger sanfte Wellenschaukeln wiegt die nun doch ziemlich geschaffte Reisegesellschaft in den Schlaf. Nach rund dreizehnstündiger Busfahrt quer durch Frankreich ist das heimische Biederbach Punkt Mitternacht wieder erreicht – heil, gesund und mit einem riesigen Sack voller Eindrücke im Gepäck.

Bilder zur Konzertreise - Irland

 

Musikverein Bie...
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